Wer sich mit Anti-Aging-Hautpflege beschäftigt, stößt fast zwangsläufig auf zwei Namen: Retinol, den langjährigen Favoriten der Dermatologie, und Bakuchiol, den pflanzlichen Wirkstoff, der oft als natürliche Retinol-Alternative beschrieben wird. Beide werden häufig zusammen genannt – doch sie sind nicht dasselbe. Hier erfährst du, wie sich Bakuchiol und Retinol tatsächlich vergleichen lassen und wie du dich zwischen ihnen entscheidest.

Was ist Retinol?

Retinol ist eine Form von Vitamin A und einer der am besten erforschten Wirkstoffe in der Hautpflege. Es fördert die Zellerneuerung der Haut und unterstützt das Kollagen – so können feine Linien mit der Zeit gemildert, die Hautstruktur geglättet und der Hautton ausgeglichen werden.

Der Kompromiss ist bekannt: Retinol kann Trockenheit, Schuppung, Rötungen und Brennen verursachen, besonders in den ersten Wochen der Anwendung – die sogenannte „Retinisierungsphase“. Es kann die Haut zudem sonnenempfindlicher machen, weshalb täglicher Sonnenschutz unverzichtbar ist. Retinoide werden in der Schwangerschaft generell nicht empfohlen; sprich in diesem Fall mit deinem Arzt oder deiner Ärztin über deine Routine.

Was ist Bakuchiol?

Bakuchiol ist ein Antioxidans, das aus den Samen und Blättern der Babchi-Pflanze (Psoralea corylifolia) gewonnen wird, die eine lange Tradition in der Hautpflege hat. Chemisch gesehen ist Bakuchiol gar kein Retinoid – dennoch wurde gezeigt, dass es die Haut auf eine Weise beeinflusst, die den sichtbaren Effekten von Retinol ähnelt. Daher der Beiname „natürliche Retinol-Alternative“.

Mehr über den Wirkstoff selbst erfährst du in unserem Guide: Was ist Bakuchiol? Die natürliche Retinol-Alternative, die deine Haut lieben wird.

Bakuchiol vs. Retinol: Was die Forschung sagt

Der bekannteste direkte Vergleich ist eine randomisierte Doppelblindstudie, die im British Journal of Dermatology (2019) veröffentlicht wurde. Die Teilnehmenden trugen 12 Wochen lang entweder zweimal täglich 0,5 % Bakuchiol oder einmal täglich 0,5 % Retinol auf. Beide Gruppen zeigten vergleichbare Verbesserungen im Erscheinungsbild von Falten und Pigmentflecken – die Retinol-Gruppe berichtete jedoch häufiger über trockene Haut und Brennen als die Bakuchiol-Gruppe.

Kurz gesagt: In dieser Studie lieferte Bakuchiol ähnliche sichtbare Ergebnisse bei besserer Hautverträglichkeit. Insgesamt ist Retinol nach wie vor deutlich umfassender erforscht und bleibt der Referenzwirkstoff – Bakuchiol ist jedoch die am besten belegte sanfte Alternative.

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick

Bakuchiol Retinol
Herkunft Pflanzlich (Babchi-Samen) Synthetische Form von Vitamin A
Reizpotenzial Gering – in der Regel gut verträglich, auch für empfindliche Haut Mittel – Trockenheit, Schuppung und Rötungen sind anfangs häufig
Sonnenempfindlichkeit Erhöht die Lichtempfindlichkeit nicht; morgens und abends anwendbar Erhöht die Sonnenempfindlichkeit; abends anwenden plus täglicher Sonnenschutz
Eingewöhnungsphase Für die meiste Haut nicht nötig Mehrwöchige, schrittweise Eingewöhnung empfohlen
Studienlage Kleiner, aber wachsend, inkl. einer direkten Vergleichsstudie Jahrzehnte an Forschung

Für wen eignet sich Bakuchiol?

Bakuchiol ist eine Überlegung wert, wenn:

  • deine Haut empfindlich, reaktiv oder trocken ist und Retinol bisher nicht gut vertragen hat;
  • du einen Anti-Aging-Schritt ohne Eingewöhnungsphase mit Schuppung und Rötungen möchtest;
  • du pflanzliche, vegane Formulierungen bevorzugst;
  • du schwanger bist oder stillst und Retinoide meidest – Bakuchiol wird hier oft vorgeschlagen, die Langzeit-Sicherheitsdaten sind jedoch noch begrenzt, deshalb sprich deine Routine immer mit deinem Arzt oder deiner Ärztin ab.

Retinol bleibt eine starke Wahl, wenn deine Haut es bereits gut verträgt und du auf die am gründlichsten untersuchte Option setzen möchtest.

Kann man Bakuchiol und Retinol kombinieren?

Ja – sie schließen sich nicht aus. Manche wenden sie abwechselnd an den Abenden an, und einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass Bakuchiol die Trockenheit von Retinol sogar ausgleichen könnte, wenn beide zusammen verwendet werden. Wenn du Aktivstoffe kombinierst, führe immer nur eine Änderung auf einmal ein und mache vorher einen Patch-Test.

So integrierst du Bakuchiol in deine Routine

Unser Natural Retinol-Alternative Oil Serum kombiniert Bakuchiol mit kaltgepresstem Hagebutten-, Nachtkerzen- und Jojobaöl, antioxidativen Beerensamenölen und Vitamin E. Erwärme abends 2–3 Tropfen zwischen den Handflächen und drücke sie sanft in die gereinigte Haut – pur oder unter deiner Nachtcreme. Das Serum ist vegan und so formuliert, dass es auch für empfindliche Haut sanft genug ist.

Wenn du statt eines Öls eine leichte, wasserbasierte Textur bevorzugst, geht unser Retinol Alternative Serum einen anderen pflanzlichen Weg: ein Bidens-pilosa-Extrakt (eine weitere botanische Retinol-Alternative) kombiniert mit Vitamin C und Hyaluronsäure.

Fazit

Retinol und Bakuchiol zielen auf dieselben sichtbaren Anliegen ab – feine Linien, unebener Hautton und Verlust an Glätte. Retinol hat die tiefste Evidenzbasis; Bakuchiol liefert in der direkten Vergleichsforschung vergleichbare sichtbare Ergebnisse, mit einer sanfteren Erfahrung und ohne zusätzliche Sonnenempfindlichkeit. Wenn Retinol deine Haut je rot und schuppig zurückgelassen hat, ist Bakuchiol der logische Neustart.

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